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Ökologie als Selbstverständnis

Meldung vom 08/11/2017

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser informiert sich über die OVAG-Wasserversorgung

Wenn die OVAG Wasser fördert, dann befolgt sie dabei den Leitfaden zur Umweltschonenden Wassergewinnung im Vogelsberg. Das schreiben die aktuellen Förderrechte vor, doch die Bewahrung der ökologischen Ressourcen zählt darüber hinaus zum Selbstverständnis der OVAG-Gruppe, wie Peter-Hans Hög, OVAG-Netzvorstand und Prokurist der Sparte Wasser berichtete. Anlass war hoher Besuch aus dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser machte auf ihrer Sommertour auch im Wasserwerk der OVAG in Inheiden halt und informierte sich vor Ort über die Wassergewinnung aus dem Vogelsberg. Mit ihr kamen Ministeriumsvertreter Dr. Arnold Quadflieg und Christian Seidel, die den Leitbildprozess für ein Integriertes Wasser-Ressourcen-Management Rhein-Main leiten.

Gekommen waren auch die kritischen Begleiter der Ausweitung der Wasserversorgung für das Rhein-Main-Gebiet, die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) und Dr. Anne Archinal von der Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ in Nordwesthessen sowie Lautertals Bürgermeister Heiko Stock als Vertreter der G9-Kommunen.

Auch der ortsansässige Bürgermeister Rainer Wengorsch nahm mit Vertretern der Hungener Grünen an der Führung durch das Wasserwerk und die angrenzenden Feuchtgebiete teil.

Peter-Hans Hög stellte den Wasserbereich des Unternehmens vor und konnte auch eine Best-Practice-Auszeichnung durch das Umweltbundesamt vorweisen. Diese erhielt das Unternehmen für seine Zusammenarbeit mit Behörden, Landwirtschaft, Forst und Umweltverbänden, als die Genehmigungen zur Wasserförderung verlängert wurden. „Der Leitfaden zur Umweltschonenden Grundwassergewinnung im Vogelsberg, der dabei zugrunde liegt, enthält unter anderem die Bestimmung, dass die Grundwasserstände ein Mindestniveau nicht unterschreiten dürfen und dass Feuchtgebiete und ein ordentlicher Naturhaushalt erhalten werden“, erklärt Hög. Darüber hinaus sorge man für größtmögliche Transparenz bei der Wasserförderung, dies drücke sich beispielsweise in der Zugriffsmöglichkeit der Regierungspräsidien und der SGV auf das Wasserinformationssystem der OVAG aus. In dieser Datenbank sind alle umweltrelevanten Daten seit Förderbeginn im Jahre 1911 enthalten. Dies lobte Tappeser ausdrücklich: „Die OVAG hat hier Vorbildcharakter, indem Zugriff auf das OVAG-Datenbanksystem gewährt wird, das jederzeit online zeigt, ob die Grenz-Grundwasserstände in den sensiblen Fördergebieten im Vogelsberg eingehalten werden. Dies dient auch der Versachlichung möglicher Interessenskonflikte an der Ressource Grundwasser.“


Stellvertretender Abteilungsleiter Franz Poltrum gab bei der Führung durch das Wasserwerk nicht nur Einblick in die Anlagen der Wasserversorgung, sondern wies auch auf den enormen Aufwand zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit hin. „Das zeigt, dass wir nicht nur nachhaltiger Trinkwasserversorger sind, sondern auch verlässlicher Vertragspartner für unsere Kunden.“ Im Anschluss standen für alle Gäste noch die wasserwerksnahen Feuchtgebiete „Mairied“ und „Gänsweid“ auf dem Besichtigungsprogramm. Bei der hier herrschenden Artenvielfalt der Tiere und Pflanzen zeigt sich, dass die Auflagen aus den Wasserrechtsbescheiden konsequent umgesetzt werden und Wirkung zeigen. In beiden Feuchtgebieten wird gewährleistet, dass immer eine Mindestwasserfläche vorhanden ist, notfalls mit Einleitung von Wasser aus der Fernwasserleitung des Wasserwerks und einer Reduzierung der Wasserfördermenge.
Davon zeigte sich die Staatssekretärin beeindruckt: „Die OVAG zeigt hier eindrucksvoll, dass eine dynamische Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen nach Grenz-Grundwasserständen nicht nur zum Erhalt bestehender Ökosysteme im Vogelsberg möglich ist, sondern darüber hinaus auch der Regeneration in der Vergangenheit geschädigter grundwassergeprägter Biotope dient.“

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